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Individualprogrammierung

Zu diesem Thema eine kleine Anekdote aus unserer frühen Tätigkeit:

Eines Tages besuchte uns ein Kunde, der feste Vorstellungen von einer Software hatte, die in seinem Unternehmen für eine Steigerung der Effektivität sorgen sollte. Dazu hatte er sich schon reichlich Gedanken gemacht und ein Grobkonzept zu Papier gebracht. Anhand des Grobkonzeptes konnten wir ein ziemlich konkretes Angebot abgeben, das bei unserem Kunden zum Verlust seiner gesunden Gesichtsfarbe geführt hat.

Fakt 1

Individualsoftware ist viel teurer als kommerzielle Software, die für einen breiten Kundenkreis geschrieben wurde.

Unser Kunde verabschiedete sich mit der Bemerkung, dass er eine ähnliche (kommerzielle) Software für einen Bruchteil der veranschlagten Entwicklungskosten in einem Computer-Supermarkt gesehen habe.

Wir gingen davon aus, dass wir diesen Kunden nie mehr wieder sehen würden, doch eines Tages stand er wieder vor unserer Tür. Er habe die Software gekauft, aber irgendwie sei das doch nicht das Richtige für ihn. Das Programm sei überfrachtet mit Funktionen, die er nicht braucht; Es sei unübersichtlich und decke sich nicht mit seinen Arbeitsabläufen. Außerdem fehlten wichtige Funktionalitäten.

Fakt 2

Bei kommerzieller Software ist man in der Regel dazu gezwungen, seine Arbeitsabläufe der Software anzupassen. Der umgekehrte Fall ist nur mit einer Individual-Software realisierbar.

Nun äußerte unser Kunde den Wunsch, wir mögen ihm die gekaufte Software an seine Bedürfnisse anpassen. Leider ist das aus technischen Gründen nicht möglich, da der Quellcode bei kommerzieller Software nicht mit ausgeliefert wird.

Fakt 3

Kommerzielle Software kann nicht angepasst oder erweitert werden.

Unser Kunde ist daraufhin resigniert abgezogen. Vielleicht hat er ja selbst eine Programmiersprache erlernt.

Viele Firmen entscheiden sich zwar für eine Individualsoftware, scheuen sich aber vor einer großen Investition im EDV-Bereich, wohingegen über die Anschaffung einer neuen CNC-Maschine beispielsweise überhaupt nicht diskutiert wird. Somit fällt oft die Entscheidung mit ein bis zwei neu eingestellten Leuten die Software im eigenen Haus zu entwickeln. Das jedoch ist eine Rechnung, die selten aufgeht. Meist sind die Programmierer mit zusätzlichen Aufgaben betraut, haben Urlaub oder andere Fehlzeiten oder verzetteln sich, da vielfach auf Zuruf programmiert wird. Außerdem geht wertvolles Know-How verloren, wenn ein Programmierer kündigt. Da kein vertraglich festgelegter Fertigstellungstermin drängt, versiegt das Projekt im Sande.